Vuores - Tampere

Tampere, Finnland

11/2024

Luftbild Visualisierung des integrierten Stadtquartiers Vuores bei Tampere mit Wohn, Büro und öffentlichen Gebäuden, Areal Render in Holzbauweise als städtebauliche Gesamtansicht.

Leistungen

Städtebau | Architektur | Landschaftsarchitektur | Tragwerkskonzept | Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft | Mikroklima und Klimaanalyse | Mobilität und Erschliessung | Regenwasser und Schwammstadtplanung | Kosten und Machbarkeitsanalyse

Umfang

Städtebauliche Neuordnung von fünf zentralen Quartieren | Referenzplan für eine Zonenplananpassung | Rahmen für eine gemischt genutzte Entwicklung mit Wohnen, Dienstleistungen und öffentlichen Nutzungen | Neugestaltung des zentralen Platzes und des öffentlichen Raums | Fuss und Veloverbindungen | Blau grüne und Schwammstadt Infrastruktur | Prüfung von Parkierung, Mobilität und Etappierung.

Ausgangslage

Zu entwickeln war ein integriertes städtebauliches und architektonisches Rahmenkonzept für die zentralen Blockbereiche eines wachsenden Stadtteils in Tampere, Finnland. Die Aufgabe umfasste die Analyse der bestehenden Situation, die Überarbeitung der Blockstruktur, die Bestimmung des Potenzials für eine gemischt genutzte Entwicklung sowie die Definition realisierbarer Baumassen und Gebäudetypologien für eine zukünftige Anpassung des Zonenplans. Weitere Schwerpunkte waren die Neugestaltung des zentralen Platzes und des öffentlichen Raums, die Verbesserung von Fuss- und Radverbindungen sowie die Integration naturbasierter Entwässerung, blau-grüner Infrastruktur und Schwammstadtprinzipien, um eine klimaresiliente Entwicklung zu unterstützen. Ergänzend erfolgten Untersuchungen zu Mobilität, Erschliessung und zentralisierter Parkierung als Grundlage für eine kohlenstoffarme und widerstandsfähige Quartiersentwicklung.

Konzept

Das städtebauliche Konzept von HOKI sieht für Vuores eine kompakte, räumlich klar strukturierte und fussgängerorientierte Stadtstruktur vor. Der Entwurf basiert auf einem präzise abgestimmten Blockrand, der der bestehenden Strassenführung und Topografie folgt. Er bildet einen belastbaren Rahmen für ein nachhaltiges, gemischt genutztes Quartier. Innerhalb dieses Rahmens wird eine klare räumliche Hierarchie formuliert: Es gibt aktive gewerbliche Erdgeschosszonen entlang der Hauptachse, Wohnfassaden zu geschützten Innenhöfen sowie funktionale Schnittstellen, um Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum zu reduzieren.

Flexible Erdgeschossnutzungen werden mit einer differenzierten Wohnungsvielfalt in den oberen Geschossen kombiniert. Zentral angeordnete Erschliessungskerne ordnen die Grundrisse effizient, reduzieren die technische Komplexität und sichern eine langfristige Anpassungsfähigkeit für unterschiedliche Nutzergruppen. Die Konstruktion basiert auf vorgefertigten Holzelementen für eine kontrollierte Montage, geringe graue Emissionen und reversible Innenausbauten. Punktuelle Ziegelvolumen vermitteln strukturelle Dauerhaftigkeit und stärken den Bezug zur regionalen Bautradition.

Der Gesamtansatz folgt den Prinzipien nachhaltiger Architektur, klimaangepasster Planung und Netto-Null-Zielsetzungen. Dabei werden Architektur, Mobilität und Landschaft als integrativ entwickeltes System betrachtet. Eine gebündelte Tiefgarage organisiert den motorisierten Verkehr, während das Erdgeschoss als durchgängiger Fuss- und Radweg ausgebildet bleibt. Die Dachflächen sind für Photovoltaikanlagen vorbereitet und unterstützen die langfristige ökologische Leistungsfähigkeit des Quartiers.

Photorealistische Architekturvisualisierung des Stadtzentrums Vuores bei Tampere mit Einkaufsbereich und Bürogebäude in Holzbauweise, lebendige Stadtszene als Entwurfsdarstellung.
Vuores Stadtblöcke Lageplan
Fassadenansichten Vuores Tampere mit differenzierten Gebäudetypologien, Holz und Ziegelfassaden sowie klar gegliederter Blockrandbebauung
Ökologischer Holzturm Vuores Tampere mit Bibliothek, Gemeinschaftsräumen, Werkstätten, Fitnessbereich und öffentlich zugänglichem Dachgarten

Landschaft-sarchitektur

Die landschaftsarchitektonische Strategie von HOKI definiert ein durchgängiges, blau-grünes Netzwerk, das das Quartier mit seinem ökologischen Umfeld verknüpft. Prinzipien der Schwammstadt steuern das Regenwassermanagement durch Rückhaltebecken, lineare Mulden und hochdurchlässige Böden. Dadurch wird das Mikroklima stabilisiert und Abflussspitzen werden reduziert. Eine robuste Pflanzpalette aus Birken, Kiefern, Wiesenstrukturen und Stauden gewährleistet eine ganzjährige ökologische Leistungsfähigkeit.

Die Freiräume sind durch Pocket Parks, Gemeinschaftsgärten, beschattete Aufenthaltsbereiche und direkte Fusswege gegliedert. Sommerliche Kühlung und Hitzeminderung werden durch Vegetationsdichte, Evapotranspiration und wasserdurchlässige Oberflächen erreicht. Das Schneemanagement ist in das beheizte Rasengitter integriert und leitet Schmelzwasser kontrolliert in das Rückhaltesystem. Es funktioniert verlässlich über alle Jahreszeiten hinweg.

Landschaftsarchitektur Vuores Tampere mit vernetzten Freiräumen, Stadtplatz, Grüninseln, Spielbereichen und fussgängerorientierter Wegeführung
Schwammstadt Konzept Vuores Tampere mit Schneeschmelzwasser Erfassung, Versickerungsflächen, begrünten Mulden und klimaangepasster Freiraumgestaltung