Tramhaltestelle Burgernziel

Ostring, Bern

10/2024

Fassadenansicht der sanierten Tramhaltestelle Burgernziel in Bern mit funktionalistischem Betondach, geöffneter Kioskfront aus Glas, vertikaler Holzverkleidung, umlaufender Holzsitzbank sowie integrierten Wartebereichen als zeitgemässe ÖV-Infrastruktur im öffentlichen Raum

Leistungen

Gesamtplanung Architektur| Landschaftsarchitektur | Tragwerksplanung | Konzeptentwicklung | Nachhaltigkeitsstrategie | Kostenkontrolle

Umfang

Sanierung Tramhaltestelle Burgernziel Bern | Öffentlicher Infrastrukturbau im Bestand | Modernisierung der historischen Tramhaltestelle von 1946 | Erhalt der funktionalistischen Architektur und behutsame Weiterentwicklung | Aufwertung des Kiosks mit klar strukturierter Fassadengestaltung | Überdachte Wartebereiche innen und aussen mit integrierten Holzsitzbänken | Barrierefreier Ausbau gemäss SIA 500 | LED Beleuchtung für Sicherheit und Nutzung bei Nacht | Öffentlicher Raum und ÖV Infrastruktur Bern

Ausgangslage

Die Tramhaltestelle Burgernziel in Bern ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt des öffentlichen Verkehrs und zugleich ein bedeutendes Bauwerk der funktionalistischen Architektur aus dem Jahr 1946. Als Teil der städtischen ÖV-Infrastruktur verbindet sie Tram und Fussverkehr sowie den öffentlichen Raum im Quartier Kirchenfeld-Schosshalde. Die bestehende Haltestelle verfügt über einen hohen architektonischen und identitätsstiftenden Wert, entspricht jedoch den heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit, Aufenthaltsqualität, Sicherheit und zeitgemässe Nutzung nur eingeschränkt.

Ziel der Sanierung ist der langfristige Erhalt der historischen Bausubstanz und zugleich eine funktionale sowie räumliche Aufwertung für den heutigen Tram- und Alltagsbetrieb. Im Fokus stehen die Modernisierung des Kiosks sowie überdachte und geschützte Wartebereiche. Ergänzend werden eine barrierefreie Erschliessung gemäss SIA 500 und eine energieeffiziente LED-Beleuchtung umgesetzt. Zudem wird die Tramhaltestelle klar in den öffentlichen Raum und in die bestehende Verkehrsinfrastruktur der Stadt Bern eingebunden.

Gesucht wird eine nachhaltige, wirtschaftliche und langlebige Lösung, die den Anforderungen an eine zukunftsfähige Tramhaltestelle im urbanen Kontext gerecht wird und zugleich den öffentlichen Verkehr stärkt.

Konzept

Das Projekt „Tramhaltestelle Burgernziel“ verfolgt das Ziel, die historische Tramhaltestelle von 1946 als zeitgemässe ÖV-Infrastruktur im öffentlichen Raum der Stadt Bern weiterzuentwickeln und gleichzeitig ihren architektonischen Wert zu bewahren. Die Haltestelle bildet einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt und prägt den Stadtraum im Quartier Kirchenfeld-Schosshalde. Zugleich besitzt sie eine hohe identitätsstiftende Bedeutung, erfüllt jedoch heutige Anforderungen an Barrierefreiheit, Aufenthaltsqualität und Sicherheit nur teilweise. Vor diesem Hintergrund setzt der Entwurf auf eine behutsame Sanierung, welche Bestand und Nutzung in Einklang bringt.

Der architektonische Ansatz basiert auf dem konsequenten Erhalt der funktionalistischen Betonstruktur mit auskragendem Dach und klarer Symmetrie. Diese prägenden Qualitäten bleiben erhalten und werden gezielt für den heutigen Tram- und Alltagsbetrieb weitergeführt. Die Vorstudie entstand in enger Zusammenarbeit mit der QUAV4, der Quartiervertretung des Stadtteils 4, und wurde als städtebaulicher sowie architektonischer Beitrag zur Weiterentwicklung des Burgernziel-Platzes erarbeitet und diskutiert.

Die Materialisierung folgt einem klaren Zusammenspiel von rohem Sichtbeton und warmen, taktilen Oberflächen aus Holz. Während die bestehende Betonarchitektur gut ablesbar bleibt, ergänzen neue Einbauten aus Holz und Glas die Struktur präzise. Der Kiosk öffnet sich zur Platzseite und erhält eine transparente Glasfassade, welche Innen- und Aussenraum visuell verbindet und den öffentlichen Charakter der Haltestelle stärkt. Ein umlaufender Holztresen bildet das funktionale Zentrum und strukturiert zugleich den Übergang zwischen Perron, Wartebereich und öffentlichem Raum.

Die Sitzlandschaft entwickelt sich aus dem Kioskbereich und führt entlang der Aussenkanten in den überdachten Aussenraum. Überdachte und teilweise geschlossene Wartebereiche bieten Schutz vor Witterungseinflüssen, während Offenheit und Transparenz erhalten bleiben. Die Sanierung erfüllt die Anforderungen an Barrierefreiheit gemäss SIA 500, verbessert Sicherheit und Orientierung und integriert eine energieeffiziente LED-Beleuchtung für die Nutzung in den Abendstunden. Das Projekt versteht sich als nachhaltige Sanierung sowie als langfristiger Beitrag zur Aufwertung der ÖV-Infrastruktur und des öffentlichen Raums in Bern.

Visualisierung der Tramhaltestelle Burgernziel in Bern mit markantem geschwungenem Dach, Holzfassade, Wartebereich und Gleisanlagen im urbanen Umfeld
Nachtansicht der sanierten Tramhaltestelle Burgernziel in Bern mit integrierter LED-Beleuchtung, auskragendem Betondach, geöffneter Kioskfront aus Glas und beleuchteten Wartebereichen als sichere ÖV-Infrastruktur im öffentlichen Raum
Situationsplan der Tramhaltestelle Burgernziel in Bern mit Einbindung in den Stadtraum, Tramtrassee, Verkehrsführung, Kreisel Burgernziel sowie Anbindung an Fuss- und Veloverkehr im öffentlichen Raum
Grundriss der Tramhaltestelle Burgernziel in Bern mit Kiosk und Wartesaal, klarer Raumorganisation, barrierefreien Zugängen und integrierten Wartebereichen als Teil der ÖV-Infrastruktur im öffentlichen Raum
Schnittdarstellung der Tramhaltestelle Burgernziel in Bern mit Querschnitten A A und B B, Darstellung von Dachform, Wartebereich, Kiosk und Gleislage im städtischen Raum

Protokoll der 41. DV